Geschichte

Jopen im Laufe der Zeit

Wie alles seinen Anfang nahm…

Haarlem war einst eine der wichtigsten Brauereistädte der Niederlande. Tauchen Sie ein in die jahrhundertealte Geschichte von Jopen! Eine Ode an unsere lange und reiche Biertradition.

Zeitraum von 500 bis1000

Das frühe MittelalterVestekerk
Seit Menschengedenken ist Bier ein sehr beliebtes Getränk. Im frühen Mittelalter kauft man Bier in Klöstern und Abteien oder man braut und trinkt sein eigenes Bier. Viele Frauen brauen zu Hause selbst Bier für den Eigenkonsum.

13. Jahrhundert

Wer Durst hat, der trinkt Bier
Ab dem 13. Jahrhundert wird das Brauen langsam vom Bürgertum übernommen. Im Mittelalter ist Bier so ungefähr das einzige sichere Getränk. Wer Durst hat, der trinkt Bier.

14. Jahrhundert

Die Haarlemer Biertradition
Brauen wird zu einem echten Beruf, der von Fachleuten ausgeführt wird und auf Gewinnerzielung ausgerichtet ist. Bereits im 14. Jahrhundert wird in Haarlem Bier gewerbsmäßig produziert. Viele Haarlemer Brauereien liegen in dieser Zeit an der Spaarne und an der Bakenessergracht. Die Grundstoffe für das Bierbrauen werden nämlich nicht nur über die Spaarne transportiert, der Fluss liefert zugleich auch sauberes Wasser für die Bierproduktion. An den Ufern stapeln sich Bierfässer mit einem Inhalt von 112 Liter. Diese Bierfässer werden ‚Jopen‘ genannt.

15. Jahrhundert

1407

Haarlemer Grutbier Koyt
Um den Geschmack des Biers und auch seine Haltbarkeit zu verbessern, wird Grut (Bierwürze) hinzugefügt. Ein Kräutermix, dessen Hauptbestandteil Gagel ist. Die Grundbesitzer lassen die Brauer für den Bierhandel und -vertrieb Steuern zahlen. Zudem werden die Brauer dazu verpflichtet, ihren Gagel bei ganz bestimmten Anbietern zu beziehen. Die Stadtverwaltung von Haarlem erlässt eine Vielzahl an Vorschriften und stellt bis ins kleinste Detail festgelegte Anforderungen an den Produktionsprozess von Bier. Im Jahr 1407 wird in Haarlem nach dem ‚Brouwerskeur‘ – einem von der Gemeinde vorgeschriebenen Rezept – Koyt Bier gebraut. Die gleichbleibend verlässlich gute Qualität des Haarlemer Grutbiers macht das Bier weiter über die Landesgrenzen hinaus bekannt. So ist Koyt im 15. Jahrhundert beispielsweise das am meisten getrunkene Bier von Antwerpen.

Nationale und internationale Auszeichnungen
Die Bierproduktion wird stark mit Steuern belastet (‚Brouwersgeld‘) und stellt so eine wichtige Einkommensquelle für die Stadt dar. Gemeinsam mit der Steuer auf den Verkauf von Bieren (‚Biersteuer‘) werden auf diese Weise in den Jahren zwischen 1430 und 1443 mit Bier gut 50 % der städtischen Einnahmen generiert. Es wird jedoch nicht nur für die Einwohner von Haarlem gebraut, vielmehr findet das Haarlemer Bier auch seinen Weg in andere Städte im In- und Ausland. In der ersten Blütezeit der Brauereien, zwischen 1430 und 1450 verkauft Haarlem sein Bier vor allem in den Süden von Holland, nach Zeeland, Brabant und Flandern.

16. Jahrhundert

1501

Hopfenbier
Hopfen wird als Geschmacksverstärker eingeführt. Im Jahr 1501 wird in Haarlem erstmals ein Bier mit Hopfen nachdem ‚Brouwerskeur‘ – einem von der Gemeinde vorgeschriebenen Rezept – gebraut. Hopfen verleiht dem Bier seinen charakteristischen herben Geschmack und einen deutlich volleren Nachtrunk.

Urbanisierung
Nach einer Rezession Ende des 15. Jahrhunderts floriert das Brauereiwesen in Haarlem zwischen 1590 und 1610 wie nie zuvor. Die zunehmende Verstädterung im 16. Jahrhundert und das Wachstum des Schiffsverkehrs tragen zu einer starken Zunahme des Bierkonsums bei. Durch die Verstädterung werden die Spaarne und die Grachten im Laufe des 16. Jahrhunderts stark verunreinigt, unter anderem auch durch die drastisch zunehmende Produktion in der Tuchindustrie. Um Gesundheitsproblemen vorzubeugen, darf nun nur noch Wasser verwendet werden, das in den Dünen durch einen natürlichen Prozess gereinigt wurde. Ab dem Brouwerskolk (einem Wasserreservoir in den Dünen) wird das Wasser fortan über die extra zu diesem Zweck ausgehobene ‚Brouwersvaart‘ (ein Kanal) in Fässern nach Haarlem verschifft.

Sint Maartensgilde
Die Brauer vereinigen sich in der St. Martinsgilde, denn St. Martin ist der Schutzpatron der Haarlemer Brauzunft. Nur Mitglieder der Brauzunft dürfen Bier brauen. Die Gilde hat es sich zum Ziel gesetzt, die Brautradition in den Städten zu fördern und die wirtschaftliche Situation ihrer Mitglieder zu verbessern. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung versucht die Gilde, die städtischen Einnahmen zu erhöhen. Einige Gildenmitglieder haben auch Sitz in der Stadtverwaltung inne und gehören zum Offizierskorps der Haarlemer Schützenbruderschaft. Einige der bekanntesten Bürgermeister von Haarlem, wie etwa Schatter, Van der Meer, Van Loo, Druyvesteyn und Osdorp, waren selbst Brauer. Manche von ihnen hat der berühmte Haarlemer Maler Frans Hals auf seinen Porträts der Haarlemer Schützengilde verewigt.

17. Jahrhundert

Blütezeit
In der Zeit von 1620 bis 1640 nimmt die Anzahl gewinnorientierter Brauereien in Haarlem von 20 auf 52 sprunghaft zu. Zu Spitzenzeiten, um 1648, werden in Haarlem 450.000 Fässer Bier gebraut, was einer Menge von 67.500.000 Litern Bier entspricht.

18. Jahrhundert

Abnahme der Bierproduktion
Mitte des 18. Jahrhunderts nimmt die Bierproduktion drastisch ab. Die Brauer müssen hohe Steuern bezahlen, um brauen zu dürfen, und auch die Grundstoffe werden steuerlich stark belastet. Zudem werden andere Getränke wie etwa Tee oder Kaffee immer beliebter. Viele Haarlemer Brauereien müssen zu dieser Zeit ihre Türen für immer schließen. Einige Gebäude von ehemaligen Haarlemer Brauereien sind jedoch bis heute erhalten, so etwa De Olifant an der Ecke der Korte Spaarne, De Passer und De Valk an der Bakenessergracht 84 und Het Scheepje am Houtmarkt 7.

1916

Het Scheepje muss schließen
Der Absatzmarkt für Bier wird immer kleiner. Pilsener erfreut sich immer größerer Beliebtheit und verdrängt schließlich das Haarlemer Bier. Infolgedessen schließt auch die letzte Brauerei von Haarlem, Het Scheepje am Houtmarkt, im Jahr1916 seine Türen.

1992

Stiftung Haarlemer Biergenossenschaft
Die Gemeinde Haarlem ruft in der Zeitung zur Einsendung von Ideen für die Feier des 750-jährigen Stadtjubiläums1995 auf. Es werden auch Ideen eingereicht, bei denen Bier eine Rolle spielt. Nicht zuletzt wurde die Stadt an der Spaarne einstmals groß mit der Produktion und dem Verkauf ihres eigenen Biers. 1992 wurde die Stiftung Haarlemer Bier-Genossenschaft gegründet, um traditionelle Biere aus Haarlem erneut auf den Markt zu bringen. Walter Schelfhout vertieft sich in die Archive der Stadt und fördert zwei alte städtische Braurezepte aus den Jahren 1407 und 1501 zutage. Stadtarchäologe Maarten Poldermans und die Haarlemer Historikerin Loes Vroom bestätigen, dass es sich um authentische Rezepte handelt, und die Universität von Leuven reproduziert schließlich erstmals dieses Bier.

1994

Die Marke ‚Jopen‘
Das Bier wird ‚Jopen‘ genannt, nach den 112-Liter Bierholzfässern, in denen es früher transportiert wurde. Mit dem jüngeren der beiden Biere, dem Hoppen (Hopfen) aus dem Jahre 1501, wird das Jubiläumsjahr begangen. Dazu werden 1.500 Liter Bier gebraut, und am 11. November 1994 wird Jopen in der dem Schutzpatron St. Martin geweihten Brauereikapelle der Großen Kirche –auch unter dem Namen ‚St. Bavo‘ bekannt – aus der Taufe gehoben: Auf der Treppe des Stadthauses schenkt der stellvertretende Bürgermeister Mooij aus einer 9-Liter-Flasche Bier aus.

1995

Zweites historisches Gebräu
Am Ende des Jubiläumsjahres der Stadt Haarlem beschließt Jopen, auch das Bier des zweiten historischen Rezepts, das ‚Koyt‘ aus dem Jahre 1407, zu brauen.

1996

Jopen BV wird gegründet
Es werden Investoren gesucht und auch gefunden! Die Jopen BV erblickt das Licht der Welt, und Jopen nutzt mittlerweile bereits die Brauanlagen verschiedener Brauereien. Ab Ende der Neunzigerjahre wird schließlich in Haarlem nach einem eigenen Ort für die Brauerei Jopen gesucht.

1997

Jopen Adriaan wird gebraut
Als ein nächster Schritt wird das Weißbier Jopen Adriaan gebraut und nach der städtischen Windmühle De Adriaan benannt. Diese Windmühle stand jahrhundertelang am Ufer der Spaarne, und in ihr wurde das Getreide für die Haarlemer Brauereien gemahlen. Im Jahr 1932 wurde die Windmühle durch einen Brand verwüstet. Als man in Haarlem die Initiative zum Wiederaufbau der Windmühle ergriff, sponserte Jopen dieses aus den Verkaufserlösen seines Weißbiers.

1998

Erstes Comic-Bier
Ab 1998 braut Jopen aus Anlass der Haarlemer Comic-Tage (Haarlemse Stripdagen) jedes Jahr ein neues Comic-Bier (‚Stripbier‘). Und in jedem Jahr wird ein Comic-Zeichner ausgewählt, der eine Bierflasche entwerfen und darüber hinaus bestimmen darf, welche Sorte Bier gebraut wird. Diese Stripbier-Flaschen sind mittlerweile echte Sammlerstücke.

2000

Erster Kontakt
Im Jahr 2000 finden erstmals Gespräche mit dem damaligen Eigentümer der Jacobskirche über den weiteren Nutzungszweck der Kirche statt.

2005

Erwerb der Jakobskirche
Im Jahr 2005 wird die Jakobskirche im Raaksviertel zu dem Zweck erworben, sie für den Betrieb eines Restaurants, Grand Cafés und einer Brauerei zu nutzen. Auf diese Weise können Gäste den Brauprozess verfolgen, und zugleich dabei essen oder etwas trinken.

2009

15 Jahre Jopen
Am 11. November 2009 besteht Jopen 15 Jahre. Zur Feier dieses Jubiläums wird zum dritten Mal ein Jubiläumsbier gebraut: das JubelJoop III. Die Grundlage dieses Tripel-Biers bildet das historische Hoppenbier aus Gerste, Hafer und Weizen, angereichert mit etwas Koriandersamen.

2010

Jopen bekommt ein eigenes Zuhause
Am 8. Juni 2010 legt Brauer Chris Wisse offiziell den ersten Stein, und der Umbau der Kirche kann beginnen. Die Kirche erhält ihren neuen Namen: Jopenkerk. Am 11. November 2010, am 16. Geburtstag von Jopen, können Gäste erstmals in der Jopenkerk das Haarlemer Bier und dazu passende Speisen kosten. Am 8. Dezember 2010 schließlich wird die Jopenkerk offiziell eröffnet. Die traditionelle Haarlemer Biermarke hat wieder ein Zuhause.

2013

Schönste Bar der Niederlande
Die Jopenkerk gewinnt den Titel Mooiste Bar van Nederland 2013 (Schönste Bar der Niederlande). Die Wahl wurde von Proost organisiert, einem unabhängigen Fachblatt für Gaststätten mit alkoholischen Getränken. ‚Hier stimmt einfach alles; man möchte gar nicht mehr weggehen, und auch bei einem zweiten oder dritten Besuch hat man hier dieses ganz besondere Gefühl‘, so die Jury in ihrem Bericht. Jopen beschließt, seine Biere auch ins Ausland zu exportieren.

2013

Das Ausland lockt
Der Markt für Spezialbiere ist weltweit stark in Bewegung. Um der wachsenden Nachfrage aus dem In- und Ausland besser gerecht zu werden, wird mit dem Bau einer neuen Produktionsstätte im Haarlemer Industriegebiet Waarderpolder begonnen.

2014

Die neue Abfüllanlage wird eröffnet
Die neue Abfüllanlage wird in Betrieb genommen und mit Gerstenbier und Jopen Bockbier getestet. Der Raum im Obergeschoss des Gebäudes im Waarderpolder wird als Verköstigungslokal eingerichtet, und zudem wird mit dem Bau eines zweiten Brauhauses begonnen.

Mit besonderem Dank an: Bureau Archeologie Haarlem (Archäologiebüro Haarlem)

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